Die Mythen der Impfgegner
Setzen Sie auf kompetente Information in
Ordination/Apotheke oder im Spital
Seit Erfindung der Schutzimpfungen gibt es kleine, aber radikale Gruppen ideologisch motivierter ImpfgegnerInnen. Diese zweifeln die Wirksamkeit aller Impfungen grundsätzlich an und widersprechen in ihren Behauptungen oft den Grundlagen medizinischen Wissens. Gerade Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen, lassen sich durch Meinungen aller Art leicht verunsichern. Häufig erkennt man nicht sofort, ob es sich um Aussagen von Einzelpersonen oder um objektive Informationen handelt. Fragen Sie die Ärztin/den Arzt oder die Apothekerin/den Apotheker Ihres Vertrauens um Rat – er/sie kann Sie korrekt und kompetent informieren.
Die größten Irrtümer der ImpfgegnerInnen
Zu den häufigsten von ImpfgegnerInnen vorgebrachten Fehlmeinungen gehören folgende Beispiele:
Irrtum 1: Impfen macht krank
Irrtum 2: Impfungen enthalten gefährliche Inhaltsstoffe
Irrtum 3: Impfungen überlasten das Immunsystem und
erzeugen Allergien
Irrtum 4: Kinderkrankheiten sollen durchgemacht werden
Irrtum 5: Gegen Krankheiten, die kaum noch auftreten,
muss man nicht impfen
Irrtum 6: Verbesserte Lebensbedingungen schützen
vor Infektionskrankheiten
ImpfgegnerInnen behaupten, dass Impfungen krank machen bzw. gefährliche Nebenwirkungen haben. Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die Relation zwischen dem großen Nutzen und dem minimalen Restrisiko, das jede medizinische Maßnahme mit sich bringt, wird von Seite der ImpfgegnerInnen meist grundlegend falsch dargestellt.
So konnten in den Jahren 1990 bis 2007 in Österreich beispielsweise durch die Masernschutzimpfung mindestens 130 Todesfälle sowie rund 360 Fälle von akuter Masern-Enzephalitis (Gehirnentzündung), die in rund 108 dieser Fälle zu bleibenden Dauerschäden geführt hätte, verhindert werden. Demgegenüber stehen 0 anerkannte Impfschäden mit Dauerleistung nach einer Masernimpfung.
Irrtum 2: Impfungen enthalten gefährliche Inhaltsstoffe
Impfstoffe enthalten neben dem Antigen auch Hilfsstoffe, die notwendig sind, um die optimale Wirkung des Impfstoffes sicherzustellen. Alle Inhaltsstoffe von Impfungen werden vor der Zulassung sorgfältig überprüft. Manche Zusatzstoffe sind minimale Restmengen aus dem Herstellungsprozess, andere wiederum werden benötigt, um die einfache Anwendung zu ermöglichen. Viele dieser Stoffe sind Teil unseres normalen Stoffwechsels, wie z. B. Formaldehyd. Auch Aluminiumsalze finden sich bei praktisch jedem Menschen in Spuren im Blutplasma. Man sollte aber die Fakten dazu kennen: Der in Impfstoffen erlaubte Formaldehydanteil ist um ein Vielfaches niedriger als die Menge, die wir mit unserer täglichen Nahrung aufnehmen. Aluminiumsalz ist in der in Impfstoffen erlaubten Menge völlig ungefährlich und erhöht unsere im Blut vorhandene Aluminiumkonzentration nur vorübergehend minimalst (um 0,8%). Quecksilber (Thiomersal als Konservierungsmittel) ist in Impfstoffen schon seit Jahren nicht mehr enthalten.
Irrtum 3: Impfungen überlasten das Immunsystem
und erzeugen Allergien
Eine Berechnung über die Auslastbarkeit des ImmunsystemsDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. ergibt, dass gleichzeitig 100 Impfungen verabreicht werden könnten und dennoch nicht einmal 0,1% unseres ImmunsystemsDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. ausgelastet wären. Die Behauptung, dass Impfungen für das Ansteigen von Allergien verantwortlich seien, konnte in zahlreichen wissenschaftlichen Studien widerlegt werden.
Irrtum 4: Kinderkrankheiten sollen durchgemacht werden
Sogenannte „Kinderkrankheiten“ wie MasernErreger: Masern-Virus
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion
Krankheitsbild: Fieber, Entzündungen im Hals-Rachenraum, roter Ausschlag am ganzen Körper. Komplikationen: Mittelohr- und Lungenentzündung, Gehirnentzündung (Enzephalitis) mit hoher Sterblichkeitsrate.
Impfschutz: Kombinationsimpfstoff, der neben Masern auch vor Mumps und Röteln schützt; 2-Dosen-Immunisierung sollte im Kleinkindalter abgeschlossen werden. können tödlich verlaufen, FeuchtblatternErreger: Varizella-Zoster Virus; Erreger verursacht sowohl Feuchtblattern als auch Gürtelrose (Herpes zoster)
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion bzw. Kontakt mit Bläschen, auch über weite Strecken („mit dem Wind“).
Krankheitsbild: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und juckende Bläschen. Komplikationen: bakterielle Entzündungen der Haut an aufgekratzten Bläschen, Mittelohr- und Lungenentzündung, Entzündungen des Gehirns, des Kleinhirns oder der Hirnhäute, Früh- und Fehlgeburten bei Erkrankung während der Schwangerschaft, Missbildungen des Ungeborenen.
Impfschutz: Einzelimpfstoff; die Impfung wird für alle ungeimpften 9–17-Jährigen empfohlen, welche noch nicht an Varizellen erkrankt waren. zu schweren Komplikationen wie Erkrankungen des Zentralnervensystems führen und MumpsErreger: Mumps-Virus
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion
Krankheitsbild: Kopfschmerzen, Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, Fieber. Komplikationen: Hirnhaut- und Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis), bleibende Hörschäden, Entzündung der Hoden und Eierstöcke und ggf. Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit.
Impfschutz: Kombinationsimpfstoff; 2-Dosen-Immunisierung sollte im Kleinkindalter abgeschlossen werden. kann bei jungen Männern Hodenentzündungen und Unfruchtbarkeit verursachen. Das Risiko, mit dem der „Schutz” vor einer erneuten Erkrankung bei einer echten InfektionDas Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper und die Vermehrung des Erregers im Körper. bezahlt wird, ist zu hoch. Auch eine Impfung trainiert das ImmunsystemDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen., aber ohne das Risiko einer echten Erkrankung. Infektionen können Kinder in ihrer Entwicklung zurückwerfen und gravierende gesundheitliche Komplikationen verursachen.
Irrtum 5: Gegen Krankheiten, die kaum noch auftreten,
muss man nicht impfen
Ein Impfschutz gegen Krankheiten wie KinderlähmungErreger: Polio-Virus
Übertragungsweg: Wasser, fäkal-oral, Tröpfchen.
Krankheitsbild: häufig symptomlos. Komplikationen: Lähmungs-erscheinungen der Arme, Beine oder Atmung.
Impfschutz: Einzelimpfstoff oder Kombinationsimpfstoffe; Grundimmunisierung sollte im Säuglingsalter abgeschlossen werden. ist auch dann nötig, wenn sie in unseren Breiten nicht mehr auftreten. Sinkt die Durchimpfungsrate (die Anzahl der geimpften Personen in der Bevölkerung) gegen eine auf der Welt noch nicht vollständig ausgerottete Erkrankung zu weit ab, können eingeschleppte Erreger aus anderen Ländern (Regionen) zu einer neuerlichen Verbreitung der Krankheit führen. KinderlähmungErreger: Polio-Virus
Übertragungsweg: Wasser, fäkal-oral, Tröpfchen.
Krankheitsbild: häufig symptomlos. Komplikationen: Lähmungs-erscheinungen der Arme, Beine oder Atmung.
Impfschutz: Einzelimpfstoff oder Kombinationsimpfstoffe; Grundimmunisierung sollte im Säuglingsalter abgeschlossen werden. kommt beispielsweise in Indien und Ägypten vor und kann von Urlaubern nach Österreich wieder eingeschleppt werden. KinderlähmungErreger: Polio-Virus
Übertragungsweg: Wasser, fäkal-oral, Tröpfchen.
Krankheitsbild: häufig symptomlos. Komplikationen: Lähmungs-erscheinungen der Arme, Beine oder Atmung.
Impfschutz: Einzelimpfstoff oder Kombinationsimpfstoffe; Grundimmunisierung sollte im Säuglingsalter abgeschlossen werden. könnte jedoch schon die nächste Krankheit sein, die weltweit endgültig eliminiert wird – laut WHO möglicherweise schon in naher Zukunft, vorausgesetzt, die Impfprogramme werden von allen Ländern strikt durchgeführt.
Irrtum 6: Verbesserte Lebensbedingungen
schützen vor Infektionskrankheiten
Sauberes Trinkwasser und Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen tragen selbstverständlich wesentlich zur Reduzierung von Infektionskrankheiten bei. Das alleine genügt aber nicht als Schutz vor Erkrankungen. Viele Infektionskrankheiten sind hochgradig ansteckend, so dass sie sich ohne Schutzimpfungen trotz hoher Hygienestandards rasch verbreiten können (z. B. MasernErreger: Masern-Virus
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion
Krankheitsbild: Fieber, Entzündungen im Hals-Rachenraum, roter Ausschlag am ganzen Körper. Komplikationen: Mittelohr- und Lungenentzündung, Gehirnentzündung (Enzephalitis) mit hoher Sterblichkeitsrate.
Impfschutz: Kombinationsimpfstoff, der neben Masern auch vor Mumps und Röteln schützt; 2-Dosen-Immunisierung sollte im Kleinkindalter abgeschlossen werden., RotavirenErreger: Rotaviren
Haupt-Übertragungsweg: Schmierinfektion (direkt von Person zu Person und indirekt auch über Gegenstände und Oberflächen).
Krankheitsbild: Durchfälle und Erbrechen bei Kleinkindern; andere Symptome wie Fieber und Bauchschmerzen; kann unbehandelt, aufgrund von Flüssigkeitsverlust, kompliziert und schwer verlaufen.
Impfschutz: Einzelimpfstoffe zum Schutz vor den häufigsten Serotypen; pentavalente oder monovalente Schluckimpfung; Grundimmunisierung muss im Säuglingsalter abgeschlossen sein, danach keine Auffrischung mehr notwendig.). Andere Erkrankungen werden auf einem von der Hygiene weitgehend unabhängigen Weg übertragen (Humane PapillomvirenErreger: Humane Papillomviren (HPV)
Übertragungsweg: durch Haut- oder Schleimhautkontakt, meist sexuell.
Krankheitsbild: Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten im Genital- und Analbereich bei Frauen und Männern werden vor allem durch bestimmte HPV-Typen verursacht. Auch die psychisch stark belastenden Genitalwarzen, deren Behandlung langwierig und sehr schmerzhaft ist, werden durch diese Viren verursacht.
Impfschutz: Zwei unterschiedliche Impfstoffe gegen die häufigsten HPV-Typen 16 und 18 verfügbar, diese Typen verursachen bis zu 70 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen; HPV-Vierfachimpfung schützt auch zusätzlich vor den HPV-Typen 6 und 11, die zu über 90% für Genitalwarzen verantwortlich sind., FSMEErreger: FSME-Virus
Übertragungsweg: Zecken. Diese können durch ihren Stich das Virus in die Blutbahn des Menschen übertragen.
Krankheitsbild: 1. Phase: Fieber, grippeähnliche Symptome, 2. Phase: Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), Entzündung des Rückenmarks oder bestimmter Nervenwurzeln.
Impfschutz: Einzelimpfstoff; nach Grundimmunisierung wird die Impfung bei Bedarf alle 3–5 Jahre aufgefrischt. u. a.).

