Wie wirken Impfungen?
Prinzip 1: Aktive Immunisierung
An vielen Infektionskrankheiten, wie z. B. Feuchtblattern oder Masern, kann man nur ein einziges Mal erkranken. Grund dafür ist, dass der Körper sich die Erreger „merkt“ und sich bei neuerlicher Infektion selbständig durch die Bildung sogenannter AntikörperAbwehrstoff des Körpers, der durch den Kontakt mit einem Krankheitserreger oder nach Impfung vom Immunsystem gezielt gegen diesen Erreger gebildet wird. schützen kann. Dieses Prinzip wird von Schutzimpfungen nachgeahmt: Bei einer „aktiven Impfung“ wird das ImmunsystemDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. zur Bildung von AntikörpernAbwehrstoff des Körpers, der durch den Kontakt mit einem Krankheitserreger oder nach Impfung vom Immunsystem gezielt gegen diesen Erreger gebildet wird. angeregt, indem es mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern in Kontakt gebracht wird, die zwar vom ImmunsystemDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. erkannt werden, aber keine oder bei LebendimpfstoffenEin Impfstoff, der aus abgeschwächten Erregern besteht. nur (äußerst selten) eine milde Form der Erkrankung auslösen können. Der Körper bildet Abwehrstoffe, die den Erreger bei neuerlichem Kontakt sofort erkennen und eine rasche Reaktion des ImmunsystemsDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. ermöglichen. Aktive Impfungen werden in Lebend-Ein Impfstoff, der aus abgeschwächten Erregern besteht. und TotimpfstoffeEin Impfstoff, der entweder abgetötete Krankheitserreger oder Bestandteile der Erreger enthält. Manche neuen Impfstoffe bestehen auch nur mehr aus leeren Virushüllen, die keinerlei genetisches Material enthalten (VLP-Virus Like Partikles). unterteilt.
Lebendimpfstoffe
enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, welche das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Lebendimpfstoffe bieten besonders guten und lang andauernden Schutz vor einer späteren echten Infektion, z. B. der Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), Varizellen (Feuchtblattern) oder Herpes zoster (Gürtelrose).
Totimpfstoffe
enthalten abgetötete Erreger oder Erregerbestandteile, die sich im Körper nicht vermehren können. Manche neue Impfstoffe bestehen auch nur mehr aus leeren Virushüllen, die keinerlei genetisches Material enthalten (VLP – Virus Like Particles). Damit eine ausreichende Menge von Antikörpern gebildet werden kann, ist meist eine mehrmalige Gabe des Impfstoffes erforderlich (Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen), z. B. Impfung gegen FSME, Hepatitis, Tetanus, Diphtherie.
Prinzip 2: Passive Immunisierung
Bei der passiven Immunisierung werden AntikörperAbwehrstoff des Körpers, der durch den Kontakt mit einem Krankheitserreger oder nach Impfung vom Immunsystem gezielt gegen diesen Erreger gebildet wird. direkt verabreicht, um eine bereits erfolgte InfektionDas Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper und die Vermehrung des Erregers im Körper. möglichst schnell einzudämmen oder sofort vor einer InfektionDas Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper und die Vermehrung des Erregers im Körper. zu schützen, wenn die Reaktion des ImmunsystemsDas komplexe körpereigene Abwehrsystem, das eindringende Krankheitserreger bekämpft. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. nicht abgewartet werden kann (z. B. Tetanusimpfung). In diesem Fall werden vom Körper selbst keine Abwehrstoffe gebildet. AntikörperAbwehrstoff des Körpers, der durch den Kontakt mit einem Krankheitserreger oder nach Impfung vom Immunsystem gezielt gegen diesen Erreger gebildet wird. werden direkt verabreicht, der Schutz besteht daher nur kurz-, aber nicht langfristig.
Eine aktive Impfung „trainiert“ das Immunsystem für den Krankheitsfall, vermeidet aber die Gefahren einer „echten“ schweren Erkrankung.

